männerforderung
Montag, 22. Februar 2010 21:00
· von meik
was hat man denn da revolutionäres herausgeforscht? das wichtigste wird in vier punkten konzentriert:
Mädchen sind besser in der Schule, mittlerweile auch in den "klassischen" Jungs-Fächern wie Mathematik.
für's aufholen in mathe geben wir mal einen punkt, aber waren mädchen im schnitt früher nicht auch schon besser in der schule?
Mädchen machen häufiger Abitur und studieren, Jungs schmeißen häufiger die Schule.
zwischen 1975-2008 waren jährlich etwa 40-49% aller studierenden frauen. weil ich da weder ein "häufiger" noch eine bedeutsame änderung erkennen kann, gibt es keinen punkt. und jungs haben früher auch öfter geschmissen, oder?
Frauen rauchen weniger als Männer, nehmen nicht so häufig Drogen, leiden nicht so sehr unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und sie leben länger.
hm, das war doch früher irgendwie auch alles schon so. vier mal kein punkt.
Frauen sind seltener kriminell.
und auch das klingt nicht neu. damit steht es 8:1 für die ollen kamellen.
aber ach, die allgemeinplätze ziehen sich weiter: jungs fahren jetzt total auf computer ab, mädchen eher nicht so. ich gähne kurz und frage: das kann man mittlerweile der emanzipationsbewegung in die schuhe schieben? auch so neu, daß es staubt: jungs werden eher gewalttätig -- wer erinnert sich nicht an die prügelnden weiberbanden, die femininen schrecken der schulhöfe von früher, wo brave jungs um ihr pausenbrot zitterten. natürlich sollte aus gegebenem anlaß auch ein amoklauf erwähnt werden. läuft das auf eine quotenforderung für täter hinaus?
mehr quoten
eine quote fordern sie in der tat, allerdings für "frauenberufe". weil da seltsamerweise immer noch keine männer arbeiten, sondern nur frauen in die "männerberufe" gezogen sind. na gut, wenn der erklärungshorizont nicht so weit reichen will um zu sehen, daß "frauenberufe" auch heute noch durch die bank schlechter bezahlt werden... "gleicher lohn für gleiche arbeit"?
...angemessenen Lohn und gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit ohne Unterschied; insbesondere wird gewährleistet, daß Frauen keine ungünstigeren Arbeitsbedingungen als Männer haben und daß sie für gleiche Arbeit gleiches Entgelt erhaltenInternationaler Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, Artikel 7a
das ist also eigentlich ein menschenrecht, aber mit quotendruck geht's vielleicht auch. den armen jungs fehlen identifikationsfiguren, weil lehrkräfte meistens frauen seien. warum können sie sich denn nicht mit den schulleitern identifizieren? die chefs sind nämlich noch immer mehrheitlich männer.
wenn all das die bilanz aus mehreren jahrzehnten frauenförderung ist, müßte man wohl eher von einem großen scheitern sprechen. wie schwer es männer heute haben erkennt man auch daran, daß in dem artikel, den ein mann schrieb, vier wissenschaftler und ein kinderazt zu wort kommen -- alles männer. ok, es wird auch eine frau zitiert: ina deter, mit "neue männer braucht das land" von 1982.
und was für eine überraschung, ins gleiche horn hat der meistzitierte sozialforscher des artikels schonmal für die bertelsmann-stiftung geblasen, karriere-"k" inklusive.
neee, jungs. ich sehe da keine wissenschaftliche erkenntnis. es reicht noch nicht mal für chauvisnismus. wenn euch ein aufholen der damen in der mathenote alleine schon nach einem männerförderprogramm rufen läßt, dann ist das allenfalls deplaziertes selbstmitleid.


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